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Mit dem Wandel unserer Gesellschaft wird lebenslanges Lernen – sei es für den Beruf oder für sich selbst – immer wichtiger. Darum wird auch die Frage immer wichtiger, wie wir Lernen zu einer angenehmen und vergnüglichen Tätigkeit machen können. Und wenn Lernen Spaß macht, wird es auch effizienter! Trendwörter wie E-Learning und Serious Games zeigen, wie prominent „spielendes Lernen“ geworden ist. Dabei ist vielen gar nicht bewusst, warum das eigentlich so gut funktioniert: Denn Spiele stellen besonders förderliche Lernumgebungen dar.

Spielend lernen macht Lernen spielend einfach. Und zwar – so doppeldeutig wie diese sprachliche Wendung – in zweierlei Hinsicht: Erstens fördern Spiele die intrinsische Motivation. Und zweitens entspricht die grundlegende Anatomie von Spielen (strukturell) dem Prozess guten Lernens.

 

Motivation Booster: Spiele

spielend lernen - wie Spiele motivieren

Spiele sind besonders gut darin, Menschen zu motivieren. Darum hat Pfeffermind sich darauf spezialisiert mit Gamification, Pflicht- zu Wunschaufgaben zu machen. Sei es, um Mitarbeiter zu binden oder Kunden zu begeistern. Oder, damit Menschen gerne und spielend lernen können. Als Gamification Experten wissen wir genau woher die Faszinationskraft der Spiele kommt. Und setzen sie gewinnbringend ein.

Das Spielen ist eine unterhaltsame und kurzweilige Tätigkeit. Dahinter steckt jedoch große Raffinesse: Denn Spiele sind komplexe Systeme. Sie enthalten zahlreiche Elemente und Mechanismen. Sowohl alleine, aber auch in ausgeklügelten Kombinationen können sie unterschiedlich motivierende Effekte beim Spieler auslösen. Demnach sind nicht nur das Spielelement an sich, sondern auch seine Kombinationen wichtige Einflussgrößen, die das Spielerlebnis schlussendlich bestimmen. Vor allem aber auch die individuellen Voraussetzungen des Spielers. Daher macht es Sinn, übergeordnete Aspekte zu betrachten, die die Motivationskraft von Spielen erklären:

Handlungsmacht und Selbstwirksamkeit

  • Gemeinsam mit allen schönen Seiten sind auch Ängste ein großer Bestandteil des alltäglichen Lebens. Zum Beispiel die Angst vor Kontrollverlust und Misserfolg. Im Spiel verfügt ein Spieler hingegen über eine besondere Agency (Handlungsmacht). Dadurch kann er sich selbst erleben. Als handelnd und vor allem selbstwirksam. Er kann seine Fertigkeiten beweisen, Kontrolle ausüben und sich mit Gegnern messen. Seine Handlungen beeinflussen das Spielgeschehen und sind daher bedeutsam. Dabei kann er sowohl totale Kontrolle, als auch Ohnmacht erfahren (vgl. Jürgen Fritz, 1997, Macht, Herrschaft und Kontrolle im Computerspiel).

Flow – ein besonderer Zustand des Glücks und der Konzentration

  • Im Gegensatz zum Alltag erschaffen gute Spieldesigner eine Erfahrung, die Spieler in einen Flow (Fluss oder auch Rausch) versetzt. Dafür müssen die Spielzustände Kontrolle und Ohnmacht in Balance zueinanderstehen. Dadurch erst kann der Spieler Spaß und Motivation beim Spielen empfinden. Demnach dürfen die Herausforderungen im Spiel also nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht sein. Die perfekte Balance. Ein Zustand, der als Flow bezeichnet wird (vgl. Mihály Csikszentmihalyi, 1990, Das Geheimnis des Glücks).

Formen des Vergnügens

  • Im Begriff des Spiels ist der Spaß im Grunde semantisch schon enthalten. Es gibt jedoch nicht nur eine einzige Form des Vergnügens. Das MDA Framework von Hunicke, LeBlanc und Zubek (Robin Hunicke, Marc LeBlanc & Robert Zubek, 2001, MDA: A Formal Approach to Game Design and Game Research) schlüsselt das unterhaltsame Spielerlebnis weiter auf. So kann der Spieler eine Spielwelt entdecken, die seine Fantasie weiter anregt. Sich Herausforderungen stellen. Sich selbst erfahren und mit anderen in soziale Interaktion treten. Das Spiel kann zudem verschiedene Sinne des Spielers ansprechen, ihn über eine spannende Story einfangen oder einfach als unterhaltsame Freizeitbeschäftigung dienen. All diese Aspekte lösen – je nach Spieler in unterschiedlich starker Ausprägung – Vergnügen aus.

 

Spielend lernen mit Spielen

Die besondere Fähigkeit des Spiels Freude zu bringen und zu motivieren ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Lernspielen. Dieser Faktor hebt die intrinsische Motivation von Lernenden, sich mit ihren Aufgaben und Pflichten zu beschäftigen. „Spielend lernen“ hat jedoch noch eine weitere Bedeutung. Und diese erklärt, warum wir das Lernen noch viel häufiger in Spiele verpacken sollten.

James Paul Gee beschreibt das Spiel als ein Medium, das sich in ganz besonderer Weise für das Lernen und für Trainings eignet (James Paul Gee, 2008, Learning and Games). Denn effektives Lernen entspricht der Struktur von guten Spielen. Anders gesagt, die Struktur von Spielen erschafft demnach eine äußerst förderliche Lernumgebung. So weit, so gut. Aber was bedeutet das eigentlich? Nach moderner Lerntheorie ist eine bestimmte Form des Lernens besonders effektiv und sinnvoll: Das Lernen über Erfahrungen.

Lernen über Erfahrungen

Macht ein Mensch neue Erfahrungen, werden diese zunächst im Gedächtnis gespeichert. In neuen Situationen werden sie dann abgerufen, um neue Herausforderung einschätzen und bewältigen zu können. Demnach werden im Kopf Simulationen durchlaufen, um Probleme lösen zu können. Was der Kopf des Menschen macht, macht auch das Spiel. Denn Spiele simulieren Erfahrungen, die der Spieler selbst und interaktiv durchleben kann. Spielend lernen ist daher vielmehr der Grundsatz des Spiels an sich. Vor allem stimmen effizientes Lernen und gute Spiele in wichtigen Punkten überein. Diese erklären, warum Spiele förderliche Lernumgebungen darstellen. Und warum „spielend lernen“ so gut funktioniert (angelehnt an Gee):

1. Ziele

Menschliche Erfahrungen können besonders gut erinnert werden, wenn sie durch konkrete Ziele strukturiert sind. Für die Lösung eines Problems, hilft es, erst einmal das Problem zu erkennen. Also das Ziel klar vor Augen zu führen. Die Zielformulierung unterstützt bei einer anschließenden Einschätzung: Konnte das Ziel erreicht werden? Welche Herangehensweise war dafür zielführend?

Was so wichtig für ein zielgerichtetes und effizientes Lernen ist, finden wir genau bei Spielen wieder: Sie zeigen dem Spieler auf, was er erreichen soll. Was ihm zu Verfügung steht. Und unter welchen Bedingungen er sich der Herausforderung stellt. Sei es ein Chinesisch-Vokabeltest in drei Tagen. Oder das Retten einer Prinzessin in einer Stunde.

2. Interpretation

Damit Erfahrungen für zukünftige Situationen nützlich sind, müssen sie evaluiert werden. Dann können sie für neue, bevorstehende Probleme Teil der Lösung darstellen. Dabei ist immer wichtig, das übergeordnete Ziel als Maßstab für eine Beurteilung im Auge zu behalten. Das bedeutet, das Handlungen interpretiert werden müssen. Während der Aktion – und danach. Sind sie zielführend? Was kann man aus ihnen lernen?

Mit der Interpretation von Erfahrungen – also von Handlungen in Bezug zu einem Ziel – lernt man dazu. Die gewonnenen Erkenntnisse können wiederum bei neuen Problemen helfen. Auch Spiele fordern ein stetes Interpretieren und Bewerten eigener Handlungen. Nämlich, damit der Spieler sich aufeinander bauenden Herausforderungen stellen kann, die er meistert.

3. Feedback

Feedback ist eine wichtige Methode, um dem Lernenden – und dem Spieler – mitzuteilen, wie erfolgreich er ist. Zudem hilft es bei der Interpretation der eigenen Handlungen. So können Menschen am besten lernen, wenn sie unmittelbares Feedback erfahren. Sei es für das alltägliche Leben oder für ein Spiel. Denn Feedback unterstützt das Erkennen von Fehlern sowie die Beurteilung dessen. Auf Basis eines Feedbacks kann ein Lernender oder Spieler neue Entscheidungen treffen und Taktiken ändern. Feedback-Systeme sind also nicht für ein gutes Spieldesign wichtig, sondern auch für das Lernen.

4. Debugging

Erfolgreiches Lernen benötigt außerdem eine Spielwiese. Damit ist gemeint, dass dem Lernenden viele Möglichkeiten gegeben werden sollten, Erfahrungen sowie Gelerntes anzuwenden. Und vor allem auszuprobieren. In neuen Situationen begegnet der Lernende und der Spieler einer Herausforderung. Er kann ausprobieren, scheitern, überdenken und wieder ausprobieren. Bis er schließlich zum Ziel kommt. Das Spiel stellt dabei eine Welt zu Verfügung, die der Realität ähnlich sein kann – aber von der Realität abgegrenzt ist. Ohne folgenreiche Konsequenzen ist es möglich, im Spiel zu scheitern daraus zu lernen.

5. Soziale Interaktion

Lernen funktioniert besonders gut, wenn man dies nicht alleine tut. Man kann aus Erfahrungen von anderen lernen, diskutieren und einander helfen. Im Gegensatz zum Buch oder zum Film sind Spiele grundsätzlich interaktiv. Zwar gibt es auch Spiele, die man alleine spielen kann. Doch können sich in Spielen ganz besondere, soziale Dynamiken entfalten, die förderlich für das Lernen sein können. So kann Wettbewerb anheizen, während Teamwork Austausch und ein Miteinander fördert.

 

Spielend lernen – lohnt es sich?

Wir sagen: Ja! Wie schon erklärt, Spiele sind komplexe Systeme. Die Ressourcen im Bildungssektor meistens jedoch eher überschaubar. Daher kann es natürlich knifflig sein, ein gutes Lernspiel zu entwickeln. Richtig angestellt kann es aber auch besonders Gewinn bringend sein. Denn mit Expertise kann die Synergie von Lernen und Spielen genutzt werden, um das Potenzial voll auszuschöpfen.

Haben Sie den Wunsch, ein Lernziel in ein Spiel zu gießen? Oder eine andere spielerische Anwendung? Wir unterstützen dabei, gamifizierte Ansätze und Konzepte nach Ihren speziellen Bedürfnissen zu entwickeln. Kontaktieren Sie uns bei Interesse gerne!

 

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Hier finden Sie außerdem allgemeine Informationen und Orientierungshilfe zum Thema Gamification: In unserem ultimativen Guide zur Gamifizierung.

 

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