Digital Storytelling: Geschichten-Erzählen mal anders

Allgemein, Gamification in Unternehmen, Gamification Marketing

​Digital Storytelling hat sich in unserer vernetzten Welt als mächtiges Werkzeug etabliert, um komplexe Inhalte lebendig und greifbar zu machen. Auch ein Spiel besteht nicht nur aus einzelnen Spiel-Elementen. Die Zugkraft entsteht zusätzlich durch das, was dazwischen liegt: raffinierte Kombinationen und einem zentralen Sinn – zum Beispiel durch Stories.

 

Was ist eigentlich Storytelling?

Geschichten wurden schon in den ältesten Kulturen auf der ganzen Welt erzählt. Sie sind wichtig für das menschliche Denken. Denn mit ihnen können Menschen die Welt und ihren Sinn erfassen.

Jede Erzählung beinhaltet zentrale Elemente und folgt einer einfachen, aber eindeutigen Struktur: der Hero’s Journey. Es gibt eine:n Held:in, mit der sich das Publikum identifizieren kann. Außerdem verfolgen die Geschichten ein Ziel, also weshalb sie erzählt werden. Oft werden Held:in (und Team) am direkten Erreichen des selbst-gesteckten Ziels gehindert, durch einen zentralen Konflikt.

Durch die dramaturgische Drei-Akt-Struktur werden die Geschichten klar in die Ausgangslage, den Konflikt und die Auflösung unterteilt. Am Ende erreichen Held:in (und Team) oft das Ziel – nachdem sie sich durch den Konflikt weiterentwickelt haben.

Diese Struktur gilt zugleich für Geschichten und Spiele. Wir haben die Hero’s Journey für unsere Projekte weiter gedacht – die Player Journey. Durch die Elemente Mission, Aktion, Challenge, Hilfsmittel und Feedback werden User durch das Spiel geführt und erleben ihre eigene Reise. Mit unserer Player Journey haben wir unser eigenes Tool-Kit in Form eines Kartenspieles entwickelt. So halten wir alle wichtigen Bausteine fest – und nutzen es als Analyse- oder Kreativ-Tool für unsere Projekte.

Die Erzählung und das Spiel sind demnach grundlegende anthropologische Größen der menschlichen Kultur. Und gerade Geschichten tauchen immer wieder auf. In Büchern, Filmen und eben auch im Spiel.

Die Heldenreise

Challenges des analogen Erzählens

Die digitale Revolution hat die Art und Weise, wie wir Geschichten erzählen und konsumieren, grundlegend verändert. Traditionelles Storytelling basiert oft auf einer linearen Erzählung. So kann es sein, dass Zuspätkommende oft die Story nicht komplett verstehen.

Aber dank moderner Medien ist es möglich, eine Story nach Belieben zu starten. Sei es als Serie auf einer Streaming-Plattform oder als Hörbuch in einer riesigen Bibliothek in deiner Hand. Zudem ist herkömmliches Erzählen gefährdet, da die Aufmerksamkeit schrumpft und die Masse an Informationen zunimmt.

Mangelnde Interaktion und die Gefahr, in der Masse an Medien und Formaten unterzugehen, sind nur einige der Probleme, mit denen sich Firmen konfrontiert sehen. Wie genau kann man Interessenten und Kunden begeistern, zuzuhören?

 

Was ist digitales Storytelling?

Mit einer Story werden Spielende abgeholt. Sie tauchen in die Spielwelt ein. Und werden von ihr gefesselt. Denn eine Story ist ein tragendes Element – egal in welchem Medium oder für welche Zielgruppe.

Digital Storytelling umfasst eine Form des Erzählens, die digitale Technologien nutzt. Dazu gehören Web-basierte Storys, erzählerische Computerspiele und Hypertexte, das Fundament des modernen Internets und Blog-Artikeln. Dies sind fesselnde Formate, die auch gerne von der Wirtschaft und der Werbung genutzt werden. Und für Gamification.

Structural Gamification vs. Content Gamification

Bei Structural Gamification bleiben Inhalte wie sie sind. Und die Struktur, die die Inhalte umgibt, wird gamifiziert. Die Idee ist, durch eine gamifizierte Struktur, die z. B. Schüler:innen durch die Inhalte zu führen. Und zu motivieren, sich mit den Inhalten zu beschäftigen.

Hierfür verwendet man Gamification-Elemente, die üblicherweise als erstes genannt werden: die Verwendung von Leveln und Belohnungen, Ranglisten oder das Teilen von Achievements.

Content Gamification nutzt hingegen andere Aspekte. Wie beispielsweise Simulationen und übergeordnetes digitales Storytelling mit Zielen. Um damit Handlungen einen Kontext und Sinn zu geben. So kann schon das einfache Umformulieren von Aufgaben den Inhalt in ein spiel-ähnliches Gewand hüllen. Aus langweiligen Tasks werden spannende Herausforderungen. Wir erklären die Anwendung dieser Strategie detaillierter in unserem Artikel zur Gamification des Alltags.

Dabei sind die Handlungen nicht nur auf Spiele begrenzt. Es können auch ernste Themen durch digitales Storytelling interessanter gemacht werden. Ein gutes Beispiel ist Eva Stories. Mit diesem Konto wird die Geschichte eines jüdischen Mädchens während der NS-Diktatur erzählt. Dabei wurden die Stories passend zu den jeweiligen Tagen gepostet. Durch das Story-Feature von Instagram erlebt man die Geschichte hautnah mit – und nebenbei lernt man mehr über Geschichte.

Auch Pfeffermind hat schon mehrere Male digitales Storytelling genutzt. Ein gutes Beispiel hierfür ist „Erfindergeist“, ein Text-Adventure Web-Game. Mithilfe von Chat-Nachrichten lernen Spielende die Leben berühmter deutscher Erfinder:innen kennen. Neben der Möglichkeit, mit ihnen zu chatten, geben die Spielenden den Erfinder:innen hilfreiche Ratschläge. Womöglich hat das Einfluss auf die Geschichte? Wie der Name schon besagt, findet sich in Deutschland so einiges an Erfindergeist. Das Spiel vermittelt mit digitalem Storytelling Kultur auf spielerische Art und Weise.

Goethe Erfindergeist

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Pro und Kontra von Digital Storytelling

Storys schaffen Motivation und Bedeutung. Somit zeigen sie Spielenden, Schüler:innen oder Mitarbeitenden: Das ist der Weg zu deinem Ziel. Auf diesem musst du folgendes tun. Und dabei folgendes vermeiden!

Vorteile

Was sind nun die wichtigsten Benefits von Erzählungen und Digital Storytelling?

  • Storys vermitteln eine Mission. Dadurch verstehen Spielende ihre Aufgaben schneller und einfacher.
  • Eine Story schafft Spannung, Bedeutung und Relevanz. Die User binden sich an das Spiel – und somit an die Themen, die erzählt werden.
  • Eine Story verstärkt den Drang zu handeln. Spielende wollen narrative Konflikte lösen. Dadurch erleben sie Erfolg und Glücksgefühle.
  • Geschichten können leichter erinnert werden als Fakten. Sie eignen sich daher besonders für Inhaltsvermittlung in den Bereichen Bildung und Training.
  • Digital Storytelling spricht die Spielenden emotional an. Persönliche Stories wecken mehr Interesse als Verallgemeinerungen.
  • Viele Spielmechaniken fördern Wettbewerb als Ansporn. Mit Einbindung von Storys wird jedoch besonders die Kooperation gefördert.

Neben der Anwendung im Bereich Bildung & Kultur findet Storytelling auch in der Kundenbindung großen Zuspruch. So hilft das Storytelling, dass Kund:innen sich stärker mit einer Marke oder einem Thema identifizieren können. Durch die aktive Teilhabe an einer Geschichte entwickelt sich ein stärkeres Gefühl der Loyalität.

Herausforderungen

Einerseits stellt die Komplexität der Inhaltsentwicklung Firmen vor Herausforderungen. Das Format der jeweiligen Story muss auf die Inhalte angepasst sein. Jedoch müssen die Inhalte im Umkehrschluss aber auch an das Format angepasst werden. Soll die Geschichte im Kurzformat gepostet werden, dürfen wichtige Handlungen keine 4 Essays an Wissen umfassen.

Außerdem kann nicht jede:r die richtige Balance zwischen Unterhaltung und Informationsvermittlung finden. Viele Themen sind ernst oder komplex. Man muss aufpassen, diese nicht zu verharmlosen. Gleichzeitig will man die Zuschauer:innen nicht verlieren.

Diese Punkte führen zu einem schmalen Grat, den man vorsichtig laufen muss. Dank unserer Erfahrung im Bereich Digital Storytelling und Gamification kann Pfeffermind gemeinsam mit euch für eine fesselnde Story sorgen – und so eure Zielgruppen erfolgreich erreichen.

Storytelling

 

Was kommt noch auf uns zu?

Mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft wird die Rolle des digitalen Storytellings und der Gamification weiter an Bedeutung gewinnen. So eröffnen neue Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) spannende neue Möglichkeiten für immersive Erlebnisse. Aber auch neue Medien wie Kurz-Videos oder Website-übergreifendes Erzählen. Damit werden die Grenzen zwischen Realität und der digitalen Welt weiter verwischen.

Hierbei gibt es schon erste Beispiele. Lucid ist ein VR-Kurzfilm. Die Zuschauer:innen tauchen direkt in die Welt des Films ein. Während sie der Protagonistin, Astra, folgen, finden sie heraus, dass sie sich im Kopf der Mutter befinden. Die Protagonistin möchte ein letztes Mal mit ihrer Mutter sprechen.

Die Zuschauer:innen lernen gemeinsam mit Astra mehr über die Mutter kennen, sei es durch gemeinsame Erlebnisse oder Erinnerungen. So erfahren die User mehr über Liebe, Abenteuer und Loslassen. Dank VR sind die Zuschauer:innen hautnah an der Story dran – und fühlen die Emotionen tiefer.

Spiele, Mechaniken und Technologien werden sich weiter entwickeln. Jedoch werden die Kernbausteine bestehen bleiben. Die Zukunft des digitalen Storytellings liegt in der kreativen Verschmelzung dieser Entwicklungen mit den alt-bewährten Aspekten. Nur so können wir noch tiefere und bedeutungsvollere Nutzererfahrungen schaffen.

 

Fazit

Durch die Einbindung von Nutzer:innen in interaktive und emotionale Geschichten ermöglicht digitales Storytelling nicht nur ein tieferes Verständnis und eine stärkere Bindung, sondern bereichert auch das Erlebnis selbst. Digitales Storytelling hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir lernen, arbeiten und interagieren, nachhaltig zu verändern.

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