Serious Games haben sich als effektives Mittel etabliert, um komplexe Inhalte verständlich zu machen und Motivation zu fördern. Ob in Unternehmen, Bildungseinrichtungen oder Organisationen – wenn Spielmechanik und Zielsetzung richtig zusammenspielen, entstehen Formate mit echtem Mehrwert. Doch wie entwirft man ein Spiel, das mehr kann als nur unterhalten? In diesem Beitrag zeigen wir, was es braucht, um ein Serious Game zu entwerfen – welche Hürden es gibt, welche Methoden sich bewährt haben und wir bei Pfeffermind diesen Prozess seit Jahren erfolgreich gestaltet.
Was macht ein gutes Serious Game aus?
Ein Serious Game verfolgt neben dem Spielspaß ein konkretes Ziel, beispielsweise das Vermitteln von Wissen, das Einüben von Fähigkeiten oder die Förderung bestimmter Verhaltensweisen. Im Gegensatz zu klassischen Spielen müssen Inhalte transportiert werden, die außerhalb der Spielwelt relevant sind.
Die Herausforderung besteht darin, Spielmechanik und Lernziel miteinander zu verbinden.
Das bedeutet: Lerninhalte dürfen nicht wie ein Fremdkörper wirken. Sie müssen zu dem Spiel passen und sich optimal in das Spielgeschehen einfügen. Gute Serious Games stellen die Spielenden in den Mittelpunkt. Sie erleben Inhalte aktiv, treffen Entscheidungen und tragen Verantwortung – genauso wie im echten Leben. Dazu kommt ein zielgerichtetes Design: Das Spiel sollte klar auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sein. Dabei sind Alter, Vorwissen, Motivation und Kontext entscheidend.
Nicht zuletzt braucht ein Serious Game eine Geschichte, die trägt. Denn Storytelling erzeugt Sinn und Sinn erzeugt Motivation.
Herausforderungen beim ersten Spielentwurf
Ein Serious Game zu entwerfen, heißt vor allem: Unterschiedliche Anforderungen unter einen Hut bringen. Lernziele müssen erreicht, Spielende motiviert und Stakeholder überzeugt werden. Und das alles in einem Format, das technisch und organisatorisch realisierbar ist.
Der Entwurf eines Serious Games ist ein interdisziplinärer Kraftakt.
Das Spannungsfeld zwischen Didaktik und Game Design ist besonders knifflig. Einerseits sollen Inhalte korrekt und vollständig vermittelt werden, andererseits muss das Spiel spannend bleiben. Zu viel Spiel, und der Lerneffekt verpufft. Zu viel Inhalt und der Spaß geht verloren. Zudem muss das Spiel für verschiedene Typen von Spielenden funktionieren. Unterschiedliche Vorkenntnisse, Bedürfnisse und Lernstile machen den Entwurf komplex. Eine durchdachte Zielgruppenanalyse ist daher essenziell.
Schließlich braucht es ein strukturiertes Vorgehen. Nur durch iteratives Design – also durch wiederholtes Testen und Verbessern – entsteht ein Spiel, das wirklich funktioniert.
Typische Herausforderungen im Überblick:
- Lernziele in Spielmechaniken übersetzen
- Unterschiedliche Zielgruppenbedürfnisse berücksichtigen
- Den richtigen Schwierigkeitsgrad finden
- Didaktik und Spielbalance in Einklang bringen
- Stakeholder von einem oft unkonventionellen Ansatz überzeugen
Player Journey: Mit System zum Spielkonzept
Eine der wirksamsten Methoden ist die Player Journey. Dabei handelt es sich um ein Gamification-Toolkit, das Pfeffermind selbst entwickelt hat. Es basiert auf der Heldenreise und bricht Spielkonzepte in fünf zentrale Kategorien herunter: Mission, Aktion, Challenge, Hilfsmittel und Feedback.
Die Player Journey erleichtert den Einstieg in den Spielentwurf und führt zu besseren Ideen.
Das Toolkit besteht aus 80 Karten, die Designfragen aufwerfen und gezielt durch den kreativen Prozess führen. So wird deutlich, welche Mechanik zu welcher Aufgabe passt – und wie ein spielerisches Erlebnis entstehen kann, das sowohl motiviert als auch funktioniert. Eingesetzt wird die Player Journey in Workshops, in der Konzeptphase von Projekten oder zur Evaluation bestehender Ideen. Sie hilft Teams, sich in die Perspektive der Spielenden zu versetzen und aus einer Aufgabe eine Mission zu machen.
Durch diesen strukturierten Ansatz werden aus losen Gedanken konkrete Konzepte. Aus Ideen werden ernstzunehmende Entwürfe. Und am Ende entsteht ein Spiel, das genau den gewünschten Effekt erzielt.
So entwirft Pfeffermind Serious Games
NovaProtocol – Finanzwissen im Escape-Game-Format
Für Bosch haben wir das Escape Game „NovaProtocol“, das komplexe Finanzkennzahlen wie CapEx oder Free Cash Flow spielerisch vermittelt. Die Spielenden tauchen in eine futuristische Cyberpunk-Welt ein, lösen Rätsel und treffen Entscheidungen – und setzen sich dabei aktiv mit dem Financial Target Picture auseinander. Komplexe Inhalte wurden durch Storytelling und Spielmechaniken greifbar gemacht.
Strategie-Funnel – Strategievermittlung als kooperatives Game
Die Bundesbank suchte nach einem Weg, Führungskräften ihre strategischen Prinzipien näherzubringen. Mit dem „Strategie-Funnel“ haben wir ein hybrides Spiel entwickelt, das genau dies leistet. Die Teilnehmenden übernehmen Vorstandsrollen, treffen Entscheidungen, reagieren auf Marktveränderungen und erleben die Folgen hautnah.
Das Spiel vermittelt komplexe Zusammenhänge durch eigenes Handeln.
Interkulturalitäts-Game – Kompetenzen spielerisch fördern
Für die Freie Universität und Technische Universität Berlin haben wir ein Serious Game zur Förderung interkultureller Kompetenzen entwickelt. Ziel war es, Studierende für Herausforderungen im internationalen Austausch zu sensibilisieren und ihre Handlungssicherheit zu stärken. Durch Entscheidungen, Reflexion und Feedback lernen die Teilnehmenden, kulturelle Unterschiede zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Das Spiel konfrontiert Spielende mit realitätsnahen Situationen, in denen interkulturelle Missverständnisse auftreten.
Fazit
Ein Serious Game zu entwerfen bedeutet mehr als nur Spielspaß zu planen. Es bedeutet, Inhalte verständlich und motivierend zu vermitteln – und Spielmechaniken gezielt einzusetzen. Dafür braucht es Methodik, Kreativität und Erfahrung.
Mit Tools wie dem Player Journey Toolkit und einem interdisziplinären Ansatz lassen sich Spiele entwickeln, die echte Wirkung entfalten.
Ob in der Bildung, in Trainings- oder Change-Prozessen: Serious Games sind ein starkes Instrument, wenn sie gut entworfen sind.
Ready to play? Seit >10 Jahren steht Pfeffermind für Gamification & Serious Games Expertise. Als perfekte Mischung aus effizienter Beratung & kreativer Agentur. Und mit Kunden von Bildung bis Banking, von Bosch bis zum Bundesministerium. Womit können wir weiterhelfen?



